Massenentlassung in BaselTiermedizin-Konzern Elanco entlässt die Hälfte seiner Belegschaft
Der amerikanische Tiermedizin-Konzern Elanco streicht am Standort Basel jede zweite Stelle. Die Massenentlassung wurde nicht öffentlich kommuniziert.
Darum gehts
Der amerikanische Tiergesundheitskonzern Elanco streicht in Basel praktisch jede zweite Stelle.
Die Sozialpartner wurden über die Massenentlassung von 94 Angestellten nicht ins Bild gesetzt.
Von einst 350 Angestellten, die Elanco 2015 von Novartis übernahm, sind damit nur noch 110 übrig.
Der amerikanische Animal-Health-Konzern Elanco streicht in Basel 94 Stellen. Das machte am Mittwoch «Schweiz Aktuell» von SRF publik. Damit erhält am Standort Basel gut die Hälfte der Belegschaft die Kündigung. Die Entlassungen erfolgen ab jetzt bis Juni 2021.
Der Stellenabbau wird mit Doppelspurigkeiten begründet, die durch den Kauf der Tiergesundheitssparte von Bayer entstanden sind. Diese hatte Elanco im August für fast 7 Milliarden US-Dollar gekauft. Weltweit würden rund 900 Stellen gestrichen. Insgesamt beschäftigt Elanco über 6000 Angestellte weltweit. Der Konzern produziert unter anderem Entwurmungsmittel für Kleintiere.
Brisant: Elanco hat die Sozialpartner über die Massenentlassung nicht ins Bild gesetzt. Auf Anfrage von SRF wussten weder Angestellte Schweiz, Unia noch Syna vom Job-Kahlschlag. Einzig das kantonale Amt für Wirtschaft habe zum beginnenden Konsultationsverfahren Ende September einen Brief erhalten. Die zurückhaltende Kommunikation in solchen Angelegenheiten hat bei Elanco System. Schon als im März 2017 48 Stellen in Basel abgebaut wurden, machte der Konzern kein Aufheben davon.
Sterben auf Raten?
Von der ehemaligen Sparte Animal Health der Novartis mit 350 Angestellten, die der Basler Pharmakonzern 2015 im Rahmen seiner strategischen Neufokussierung an die Amerikaner veräusserte, ist heute also nicht mehr viel übrig am Rheinknie. Elanco versicherte gegenüber SRF zwar, dass der Standort Basel mit den verbleibenden 110 Arbeitsplätzen auch künftig «eine Reihe kritischer Rollen behalten wird». Allerdings brach der Konzern schon Ende 2015 ein Versprechen, als der Standort Saint-Aubin im Kanton Freiburg geschlossen wurde.